Corona-Krise verstärkt Digitalisierungsdruck in den Finanzabteilungen

Horv?th-Studie befragt CFOs zu Trends und Strategien / Remote-Arbeit ist Top-Herausforderung 2021

Die Pandemie bringt neue Herausforderungen f?r den CFO-Bereich. In einem h?chst dynamischen Umfeld ist es wesentlich, Transparenz ?ber die wirtschaftliche Situation und Zukunft des Unternehmens zu schaffen. Darum wollen 80 Prozent der befragten Entscheider die Vorhersagef?higkeiten in Planungs-, Forecast- und Reportingprozessen st?rken, wie aus der CFO-Studie der Managementberatung Horv?th & Partners hervorgeht. Daf?r wurden weltweit ?ber 200 Finanzvorst?nde und kaufm?nnische Gesch?ftsf?hrer zu Entwicklungen im Finanzbereich befragt. Aktuell sind diese mit der Sicherstellung des operativen Betriebs besch?ftigt: 92 Prozent sehen eine intensivere Remote-Arbeit als Top-Herausforderung im Jahr 2021. Ver?nderungen in der Organisationsstruktur werden derzeit nur nachrangig verfolgt.

Eine Glaskugel h?tten die CFOs vor allem in diesen Zeiten gerne, um schnell auf die sich ver?ndernden Rahmenbedingungen durch die Pandemie und die Finanzlage der Firma reagieren zu k?nnen. Die meisten Projekte in der Konzeptionsphase sind digitale Anwendungen rund um Advanced Analytics und Predictive Forecasting (je 21 Prozent). „Es ist essenziell, Transparenz in finanziellen und operativen Kennzahlen zu schaffen und damit eine schnelle Reaktionsf?higkeit auf sich ?ndernde Umst?nde zu erm?glichen“, sagt Achim Wenning, Partner und Leiter des Beratungsbereichs CFO-Strategy & Organization bei Horv?th & Partners. „Doch der Wille, Ma?nahmen zur digitalen Prozessoptimierung fl?chendeckend im Unternehmen zu etablieren, spiegelt sich noch nicht ausreichend in der Umsetzung wider.“ ?ber die verschiedenen Digitalisierungstechnologien hinweg gibt im Schnitt mehr als die H?lfte der Befragten an, keine konkreten Projekte zur Einf?hrung digitaler Methoden und Tools angesto?en zu haben. Durchschnittlich sind bei nur 13 Prozent der Teilnehmer digitale Tools in den Kernprozessen implementiert und damit produktiv im Tagesgesch?ft eingesetzt – marginal mehr als im Vorjahr.

Erholung vom Corona-Schock in Sicht

Nach ihrer Prognose gefragt rechnen die Finanzentscheider langfristig mit einer wirtschaftlichen Erholung. Jedes dritte Unternehmen braucht zwar voraussichtlich etwas l?nger daf?r, doch jede vierte Firma glaubt, das Vorkrisenniveau schnell wieder zu erreichen. 19 Prozent rechnen mit einem Auf und Ab aus Schocks und Erholungsphasen. 16 Prozent hingegen z?hlen sich zu den Profiteuren der Corona-Krise. Diejenigen, die auch langfristig mit Verschlechterung oder Stagnation auf geringem Level rechnen, sind mit sieben Prozent in der Minderheit.

Schub f?r Digitalisierung

Wenn die Zukunft auch noch vernebelt ist, zumindest haben die Finanzentscheider einen guten ?berblick ?ber M?glichkeiten und Technologien der Digitalisierung – nur drei von zehn bezeichnen dies als Herausforderung. Doch viele Unternehmen konzentrieren sich derzeit ausschlie?lich auf die Digitalisierung der Zusammenarbeit im Tagesgesch?ft. Das Digitalisieren der Kernprozesse des Finanzbereichs wird demgegen?ber etwas vernachl?ssigt. 81 Prozent glauben, dass Homeoffice und virtuelle Meetings auch k?nftig zunehmen. 78 Prozent empfinden die Einf?hrung neuer Zusammenarbeitsmodelle als herausfordernd.

Strukturelle Grundvoraussetzungen nicht ausreichend

Bei 38 Prozent der befragten Unternehmen fehlen das Mindset und die kulturellen Voraussetzungen f?r eine ganzheitliche digitale Transformation. 77 Prozent sehen f?r den Umgang mit der Digitalisierung fehlende Kompetenzen bei ihren Mitarbeitern. Dennoch haben drei Viertel der Befragten keine Ver?nderung in der organisatorischen Verankerung geplant. „Unternehmen bef?rchten, dass eine Reorganisation zu viel St?rungen in einem volatilen Umfeld bringt. Diese Argumentation greift aber zu kurz, denn Digitalisierungspotenziale k?nnen nur voll ausgesch?pft werden, wenn bestehende traditionelle Organisationsstrukturen aufgebrochen werden“, sagt Achim Wenning. Oft werde Digitalisierung auch mit einem Stellenabbau verkn?pft, merken 29 Prozent der Finanzexperten an. Nur jeder Zehnte plant Neueinstellungen. „Effizient und kurzfristig k?nnen neue F?higkeiten nur durch externe Rekrutierung erlangt werden. Der Finanzbereich ist oft gepr?gt von kaufm?nnischen Wissenstr?gern – die neuen Gegebenheiten erfordern jedoch zunehmend technologische oder naturwissenschaftliche Fertigkeiten.“

Die Rolle des CFOs hat sich gewandelt – vom Mitgestalter zum Treiber von digitalen Ver?nderungen. So sehen sich mittlerweile 35 Prozent der CFOs, im vergangenen Jahr waren es erst 20 Prozent. „Den Schl?ssel zum Erfolg von Transformationsma?nahmen in Finanzorganisationen bildet vor allem der CFO, der die gezielte Umsetzung antreibt und verantwortet. Leider nehmen die Finanzchefs diese Rolle noch zu z?gerlich an“, sagt Achim Wenning.

?ber die Studie

F?r ihre diesj?hrige CFO-Studie „Die Corona-Krise als Wendepunkt – Wie ver?ndert sich die CFO-Agenda?“ hat die Managementberatung Horv?th & Partners Ende 2020 weltweit mehr als 200 Finanzentscheider online befragt. Die Studie ist hier verf?gbar: https://bit.ly/2QYx2oe

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