Die Phantomfalle bei der Betriebsprüfung

Es drohen Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeitr?gen

Essen – Ein wichtiges Thema, in dem viel Sprengstoff steckt, ist der Phantomlohn. Steuerberater Roland Franz, Gesch?ftsf?hrender Gesellschafter der Steuerberatungs- und Rechtsanwaltskanzlei Roland Franz & Partner in D?sseldorf, Essen und Velbert, weist darauf hin, dass sich hinter diesem etwas sperrigen Begriff die Herausforderung versteckt, beim Berechnen von Steuern und Abgaben zwischen gezahltem und geschuldetem Lohn zu unterscheiden.

Denn:

-die abzuf?hrenden Steuern ergeben sich nur aus dem Geld, das dem Mitarbeiter tats?chlich zuflie?t,

-die abzuf?hrenden Beitr?ge zur Sozialversicherung jedoch ergeben sich aus dem Geld, das ihm aufgrund gesetzlicher oder tariflicher Regelungen grunds?tzlich zusteht. Und zwar selbst dann, wenn er diesen Betrag gar nicht voll erh?lt. Dann muss der Arbeitgeber die Sozialabgaben auf einen gar nicht gezahlten, also Phantomlohn, an Rentenversicherung und Krankenkasse ?berweisen.

Dabei hat er sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil zu tragen. Zahlt er nicht, droht ihm m?glicherweise sogar ein Strafverfahren.

„Schl?gt der Minijob wegen ?berschreitung der Verdienstgrenze fehl, f?hrt dies zu einer Lohnsteuerpflicht f?r den gesamten Arbeitslohn (Anmeldung und Abf?hrung an das Finanzamt). Soll hei?en: verdient der Minijobber regelm??ig ?ber 450 Euro im Monat, ist die Besch?ftigung kein Minijob mehr, sondern sozialversicherungspflichtig. Dies gilt ab dem Tag, an dem der Arbeitgeber erkennen kann, dass der Minijobber aufgrund des vorhersehbaren h?heren Verdienstes mehr als 5.400 Euro im Jahr verdienen wird“, warnt Steuerberater Roland Franz und weist darauf hin, dass insbesondere bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, beim Urlaubsgeld, bei Teilzeitarbeitern sowie bei Minijobs folgenschwere Fehler passieren k?nnen.

Die h?ufigsten Phantomlohnfallen sind u. a. folgende:

zu geringe Urlaubsentgelte: Jeder Arbeitnehmer – auch der Minijobber – hat Anspruch auf einen vertraglichen, mindestens den gesetzlichen Urlaub. W?hrend des Urlaubs wird an den Arbeitnehmer das Urlaubsentgelt, berechnet aus dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen vor Urlaubsbeginn, gezahlt. Zum Arbeitsverdienst geh?ren auch bspw. Zulagen (Schmutz-, Gefahren-, Nachtzuschl?ge) mit Bezug zur Arbeitsleistung sowie Verg?tungen f?r Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft. Wer die Zulagen vergisst, produziert Phantomlohn.

Entgeltfortzahlung bei Krankheit und an Feiertagen: Arbeitnehmer haben im Krankheitsfall Anspruch auf Entgeltfortzahlung in H?he des Gehalts, welches sie bei „tats?chlicher Arbeitsleistung“ erhalten h?tten. Die Berechnung der Lohnfortzahlung basiert auf der Verg?tung der letzten zw?lf Monate, inklusive Zuschl?ge f?r Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sowie Pr?mien, Provisionen, Sachbez?ge. Auch hier entsteht durch falsche Berechnungen leicht Phantomlohn.

Mindestlohn: Welche Entgeltbestandteile dem Bruttolohn je Zeitstunde nach dem Mindestlohngesetz zuzuordnen sind oder nicht, ist im Einzelfall schwer zu beurteilen. Die zutreffende Einordnung von auf den Mindestlohn anrechenbarer Leistungen ist dadurch besonders risikoreich!

„Daher sollten Sie pr?fen, ob Ihnen versehentlich bei der Lohnberechnung Fehler unterlaufen sind. Die lassen sich zwar nicht ungeschehen machen. Selbst ein r?ckwirkender Verzicht der Arbeitnehmer auf Lohnanspr?che reduziert die Beitragsforderung nicht, denn der Beitragsanspruch ist bereits entstanden. Aber Sie k?nnen die auf m?glichen Phantomlohn f?lligen Sozialabgaben nachzahlen und sind bei sp?teren Betriebspr?fungen auf der sicheren Seite. Und Sie k?nnen mit uns Ihre Vertr?ge anpassen, damit entsprechende schriftliche Vereinbarungen k?nftig weniger Raum f?r Fehler zulassen“, r?t Steuerberater Roland Franz.

Keywords:Phantomfalle,Betriebspr?fung

adresse

Powered by WPeMatico