Insolvenzen in Österreich so niedrig wie vor 30 Jahren

> Aktuelle Prognose f?r 2021: minus 39 % – ausgehend von der Annahme, dass die staatlichen Unterst?tzungsma?nahmen bis in den Sommer andauern
> Entkoppelung der Insolvenzsituation von tats?chlicher wirtschaftlicher Entwicklung
> 2022 Anstieg um voraussichtlich 25 – 27 % im Vergleich zu 2019
> Insolvenzprognose Deutschland: plus 6 % Zuwachs in 2021, 15 % in 2022

Die Insolvenzen bleiben voraussichtlich auch 2021 auf k?nstlich niedrigem Niveau. Der Grund daf?r sind die umfangreichen Ma?nahmenpakete, um die Folgen der Covid-19-Pandemie f?r die Unternehmen teilweise abzufedern. Mit der Verl?ngerung und Ausweitung dieser Ma?nahmen Ende 2020 erwartet ?sterreichs f?hrende Kreditversicherung Acredia f?r 2021 eine ?hnliche Entwicklung wie im Vorjahr. „Wir hatten in den ersten beiden Monaten 2021 bei den er?ffneten Insolvenzen ein Minus von 60 % gegen?ber 2020“, erl?utert Acredia-Expertin Marina Machan die aktuelle Situation. „Unter der Annahme, dass die Unterst?tzungsma?nahmen der Bundesregierung noch bis zum Ende des Sommers weitergehen und sich dieser Trend bis dahin so fortsetzt, k?nnte das Jahr 2021 ein Minus von 39 % bringen. Das entspricht der Gr??enordnung aus dem Vorjahr (1) „, so Machan weiter. Acredia legt diesem Szenario einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen im letzten Quartal 2021 zugrunde. F?r 2022 prognostiziert der heimische Marktf?hrer aktuell einen Insolvenz-Zuwachs von 25 bis 27 % gegen?ber 2019. „Wir gehen dabei von zwei Effekten aus: Einmal ein Nachholeffekt und dann die durch die Pandemie bedingten Insolvenzen“, sagt Machan.

+ Entkoppelt: Insolvenzentwicklung h?ngt nicht vom Markt, sondern von Hilfsma?nahmen ab
„Es ist paradox: Trotz einer der gr??ten Wirtschaftskrisen sind Insolvenzen in ?sterreich so niedrig wie zuletzt vor 30 Jahren“, sagt Acredia-Vorstand Ludwig Mertes. „Das zeigt, wie stark die Insolvenzentwicklung von der tats?chlichen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und dem aktuellen Zustand der Unternehmen entkoppelt ist. Die Insolvenzentwicklung ist derzeit nicht von Marktmechanismen, sondern von der weiteren Entwicklung und dem Fortbestand der Unterst?tzungsma?nahmen abh?ngig. Das wird nicht ewig so weitergehen – ein unmittelbarer und sprunghafter Anstieg ist aber noch nicht in Sicht.“

+ Deutschland: Zuwachs – kommend von sehr niedrigem Niveau
F?r ?sterreichs wichtigsten Exportmarkt Deutschland prognostiziert Euler Hermes in einer aktuellen Analyse einen Zuwachs der Insolvenzen im Jahr 2021 von 6 %, allerdings erst ab dem zweiten Halbjahr und von sehr niedrigem Niveau kommend.
Erst im Laufe von 2022 d?rften die deutschen Pleiten um rund 15 % zunehmen. Die Fallzahlen 2022 d?rften dann jedoch nur etwa 4 % h?her liegen als 2019, vor der Pandemie. Das entspricht in etwa dem Niveau von 2017.

+ Spagat: Finanzen genau im Blick behalten und strategische Weichen stellen
„Gerade jetzt ist es wichtig, dass die Unternehmen einerseits ihre Finanzen ganz genau im Blick behalten und andererseits heute schon strategische Weichen f?r die Zukunft stellen“, betont Ludwig Mertes. „Das ist manchmal ein Spagat, denn nicht alle Unternehmen haben aktuell gen?gend Spielraum f?r Investitionen. Jede Krise birgt aber auch Chancen. Das Wirtschaftsklima in ?sterreich entwickelt sich positiv (2) und auch die heimischen CEOs zeigen sich in einer aktuellen Befragung (3) so optimistisch wie nie zuvor und beweisen Mut zum unternehmerischen Handeln.“

+ Weiterf?hrende Informationen:
Hier finden Sie das aktuelle Euler Hermes Insolvenz-Update.

1) Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in ?sterreich 2020 3 034 (2019: 5 018), Ver?nderung in Prozent: -39,5
2) Entwicklung Wirtschaftsklimaindex in ?sterreich, Europ?ische Kommission, Februar 2021
3) Global CEO Survey, PWC, M?rz 2021

Keywords:Kreditversicherung, ACREDIA, Exportversicherung, Insolvenz

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