Online-Handel: Nachholbedarf im Mahnwesen

Studie deckt Schw?chen auf / Mehr Zahlungsst?rungen und -ausf?lle durch Corona / Risiko- und Forderungsmanagement fordern Online-H?ndler heraus /

Online-Shopping ist durch die Covid-19-Pandemie noch attraktiver geworden. Dabei ist PayPal mit rund 80 Prozent das meistangebotene Zahlungsverfahren in deutschen Online-Shops. Mit der gestiegenen Nachfrage m?ssen sich Anbieter aber nicht nur mit Zahlungsabwicklung, sondern auch zunehmend mit Risiko- und Forderungsmanagement besch?ftigen. Intrum wollte mehr ?ber die Situation der H?ndler erfahren und hat sich zusammen mit ibi research diesem Thema angenommen.

Die Antworten lassen keinen Zweifel offen, dass Zahlungsabwicklung, Risiko- und Forderungsmanagement insbesondere die kleinen Online-H?ndler herausfordern. ?ber 30 Prozent der befragten Handelsunternehmen f?hren keine Risikopr?fung durch. „Wenn man bedenkt, was f?r einen wichtigen Stellenwert Online-Handel und E-Commerce in unserer modernen und von Corona gepr?gten Gesellschaft eingenommen hat, ist es erstaunlich, wie viel Optimierungsbedarf in diesen Bereichen nach wie vor besteht. Es scheint wenig Transparenz zu geben, wie Instrumente an die jeweiligen H?ndlerbed?rfnisse angepasst werden k?nnen, wie beispielsweise eine nur partielle Auslagerung im Rahmen des Rechnungskaufs. Auch wer nicht das ganze Thema Rechnungskauf komplett an einen Dienstleister auslagern will, kann durch eine Risikopr?fung unter Einbezug interner Daten sowie der R?ckf?hrungsprognose aus abgestimmten Inkassostrategien des Dienstleisters gro?e Potentiale heben“, kommentiert Marika Grosser von Intrum die zentralen Ergebnisse der Befragung.

Bei kleineren Unternehmen verzichtet sogar mehr als die H?lfte (51 Prozent) auf Risikopr?fungen der Kundschaft; bei gro?en Unternehmen sind es nur acht Prozent. Mahn- und Inkasso-Ma?nahmen werden dagegen von 86 Prozent aller H?ndler ergriffen. Allerdings sinkt der Anteil auch hier bei kleinen Betrieben auf 76 Prozent: Das bedeutet, dass im Fall der Zahlungsst?rung fast ein Viertel der kleinen H?ndler nichts unternehmen: ein Defizit. Die insgesamt am h?ufigsten ergriffene Ma?nahme ist mit 71 Prozent der eigene kaufm?nnische Mahnprozess, zum Beispiel das Versenden von Zahlungserinnerungen und Mahnschreiben. 39 Prozent arbeiten mit einem externen Dienstleister zusammen, aber im Durchschnitt erst nach 2,4 erfolglosen Mahnungen pro offener Forderung. Daran wird sich f?r ?ber 90 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben auch in naher Zukunft nichts ?ndern. „Hier sehen wir deutlichen Verbesserungsbedarf. Professionelle Forderungsmanagementdienstleister k?nnen einen gro?en Teil des sonst verlorenen Umsatzes zur?ckholen. Der Dienstleister finanziert sich damit selbst“, so Grosser. Auch die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Optimierung von Prozessen in den Bereichen Payment, Risiko- und Forderungsmanagement immer mehr in den Fokus der Unternehmen r?cken wird.

Das bei einem so hohen Anteil keine (weiteren) Mahn- bzw. Inkassoma?nahmen geplant sind, ?berrascht. Denn mehr als die H?lfte der Firmen gehen davon aus, dass die Zahlungsst?rungen (54 Prozent) und -ausf?lle (52 Prozent) aufgrund der wirtschaftlich angespannten Situation durch die Corona-Krise zunehmen werden. Da m?ssen zum Teil Zahlungsaufsch?be oder Teilzahlungen im Nachhinein gew?hrt werden. Gerade die gro?en Unternehmen haben hier andere Spielr?ume als ihre kleineren Wettbewerber. 55 Prozent (Durchschnitt 39) gew?hren einen Zahlungsaufschub, 20 Prozent (15) bieten Ratenzahlungen an. 43 Prozent der H?ndler lassen nicht mit sich verhandeln.

Beliebte Zahlungsverfahren
Das Herzst?ck eines reibungslosen Online-Verkaufs sind die Bezahlverfahren. Acht von zehn Handelsunternehmen (81 Prozent) bieten Paypal als Zahlungsmittel an. Rund zwei Drittel stellen auch Zahlung auf Rechnung (67 Prozent), per Kreditkarte (66 Prozent) und via Vorab?berweisung (63 Prozent) zur Verf?gung. Auff?llig ist, dass gro?e Unternehmen mit mehr als 500 Besch?ftigten zu 85 Prozent eher zu Rechnung und Kreditkarte tendieren (kleine Unternehmen 46 beziehungsweise 57 Prozent), w?hrend 86 Prozent der kleinen Firmen bis 49 Angestellte Zahlung per Vorkasse anbieten (gro?e Unternehmen 35 Prozent). Das Lastschriftverfahren nutzt durchschnittlich nur die H?lfte aller Anbieter.

54 Prozent planen, k?nftig weitere Zahlungsverfahren anzubieten. „Viele Betriebe stehen dennoch neuen Bezahlvarianten skeptisch gegen?ber und bezweifeln, ob diese notwendig sind. Sie m?ssen schon einen klaren Mehrwert im Vergleich zu den bereits etablierten M?glichkeiten bieten, um sich am Markt halten zu k?nnen. „Request to Pay“ k?nnte solch ein Newcomer sein. Dabei wird von H?ndlern eine Zahlungsaufforderung versendet, was sich immerhin knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen vorstellen k?nnen“, so Grosser.

?ber die Studie
Intrum und ibi research haben sich mittels einer digitalen Befragung mit den derzeitigen Herausforderungen des Online-Handels in der Zahlungsabwicklung sowie im Risiko- und Forderungsmanagement besch?ftigt. Zielgruppe waren Handelsunternehmen mit eigenem Online-Shop. 116 Firmen haben zwischen dem 16. November 2020 und dem 15. Februar 2021 ihre Prozesse in diesen Bereichen beschrieben. Weitere Informationen und die vollst?ndige Studie mit weiteren spannenden Einblicken, zum Beispiel zur gesamteurop?ischen Zahlungsl?sung, finden Sie zum Download unter https://www.intrum.de/studie-onlinehandel/

?ber ibi Research
Seit 1993 bildet ibi research an der Universit?t Regensburg GmbH eine Br?cke zwischen Universit?t und Praxis. Das Institut betreibt anwendungsorientierte Forschung und Beratung, arbeitet also mit den Methoden der Wissenschaft an den Themen der Praxis, mit klarem Schwerpunkt auf Innovationen und deren Umsetzung.

ibi research konzentriert sich dabei auf die Themenfelder Digitalisierung der Finanzdienstleistungen und des Handels, im E-Business genauso wie im Multikanal und im B2C-Gesch?ft genauso wie im B2B-Gesch?ft. Das Forschungsspektrum reicht von der Marktanalyse und Gesch?ftsmodell-Entwicklung ?ber Prozessgestaltung und Data Analytics bis hin zu Fragen der Governance und Compliance. Zugleich bietet ibi research umfassende Beratungsleistungen zur Umsetzung der Forschungs- und Projektergebnisse an.

Keywords:Studie, E-Commerce, Online-Handel, Risikomanagement, Forderungsmanagement, Zahlungsverhalten, Zahlungsabwicklung

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